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Der Bauernhof als spannender Lernort


«Lernen, erleben, aktiv sein» - unter diesem Motto läuft das Projekt «Lernort Bauernhof»: Damit Kinder auch künftig noch wissen, wo die Milch herkommt und wie Landwirtschaft funktioniert.

Nach einjähriger Qualifizierungsphase erhält nun Thomas Mitterer vom Seimlhof in Ilzham mit 40 weiteren Bauern aus ganz Bayern die Zertifizierung seines landwirtschaftlichen Betriebes zum «Lernort Bauernhof». Die Auszeichnung wird am 5. Dezember durch Landwirtschaftsminister Miller erfolgen.Kinder und Jugendliche ab dem Vorschulalter, Schulklassen, aber auch für Behinderte, Förder- und Integrationsgruppen bis hin zu Freizeitgruppen und Senioren können erlebnisorientierte Projekttage in landwirtschaftlichen Betrieben verbringen. Die bäuerliche Lebens- und Arbeitswelt kennenlernen, mit allen Sinnen in und von der Natur lernen, praktische Fähigkeiten entwickeln, soziale Kompetenz stärken und ökologische Zusammenhänge besser begreifen sind dabei die Stichworte. Für die Landwirte ergibt sich eine neue Einkommenskombination und die Möglichkeit den Stellenwert gesunder Nahrungs- und Lebensmittel und die Wertigkeit der Landwirtschaft für den Verbraucher darzustellen.

Wer seinen Bauernhof zum Lernort-Bauernhof machen will muss eine einjährige Qualifizierungsmaßnahme durchlaufen», erzählt Thomas Mitterer. Er bewirtschaftet mit einer Vollzeit- und drei Teilzeitkräften den elterlichen Hof mit 65 Milchkühen und 115 Jungtieren, 56 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche, 20 Hektar Ackerland und 14 Hektar Wald gehören dazu, Hühner und Katzen runden das Bild vom klassischen Bauernhof ab.

Bereits seit 30 Jahren bietet der Familienbetrieb Ferien auf dem Bauernhof und verfügt über 50 Betten. Schon immer kamen Schulklassen oder Kindergärten auf den Hof. «Der Umgang mit den Gästen hat mir schon immer viel Spaß bereitet. Daher habe ich mich entschlossen, das Angebot zu erweitern und ein pädagogisches Programm für Gruppen anzubieten», so Thomas Mitterer.

Nicht ohne Stolz verweist er darauf, dass er einer der wenigen «Erlebnisbauern» mit Vollbewirtschaftung im Chiemgau sei. In Halbtagesprogrammen bietet er seinen Besuchern die Möglichkeit, unterschiedlichste Themenbereiche aus Natur, Haus- und Landwirtschaft kennen- zulernen und auch praktisch zu erarbeiten.

Im Rahmen der Qualifizierungsmaßnahme fand kürzlich ein Projekttag statt. Kinder und Eltern des «Westend-Drachen»-Kindergarten aus München sowie zwei Mitarbeiterinnen der Qualifizierungsbehörde überzeugten sich vom Angebot des Seimlhofs. Bereits seit längerem suchte man nach einem naturnahen Bauernhof, erzählte die Mutter Miriam Pross. Es sollte aber kein Ponyhof oder Disneyland sein. Rund um München gäbe es kein angemessenes Angebot.

Der Tag auf dem Seimlhof und der unverkrampfte Umgang mit der Bauernfamilie sei ein unvergessliches Erlebnis gewesen, so die einhellige Meinung. Die Vier- bis Sechsjährigen durften beispielsweise selbst Käse zubereiten, es gab einen Besuch im Kuhstall und viel Zeit zum Spielen im Freien.

«In 15 Qualifizierungstagen lernen die Landwirte ein Unternehmenskonzept und überzeugende pädagogische Programme je nach Zielgruppe und Voraussetzung des jeweiligen Landwirts zu erstellen», erklärt die überregionale Betreuerin, Gerlinde Simon vom Landwirtschaftsamt Miesbach. Das sei «Erlebnispädagogik», bei der das Bewusstsein für Lebensmittel wie auch für Tradition und Umwelt geweckt werde. ca

www.ovb-online.de
 


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Letzte Änderung:
July 13. 2016 23:05:07